Programm

23.11.2019
LUKAS REHM

Förderpreis für Bildende Kunst 2019
Kunststiftung Rainer Wild

Eröffnung und Preisverleihung: Freitag, 22. November 2019, 19 Uhr
Begrüßung und Preisverleihung: Luisa Heese, Annika Kouris
Einführung: Benedikt Seerieder

Lukas Rehm untersucht in seiner Medieninstallation eine Geste, die er zum Zeichen einer emotionalisierten Gegenwart erklärt: Spielende schleudern ihren Controller in den Bildschirm, um Frustrationen auszuagieren. Der Screen bricht, das Spiel ist beendet.

Auch in Gesellschaft und Politik wird Gefühlen von Frust und Ohnmacht häufig affektiv begegnet. Anstelle des kühlen Strebens nach Kompromiss und Konsens treten aggressive, destruktive Gesten, die nur vermeintlich neue Handlungsmacht verschaffen. In der Ausstellung arrangiert Lukas Rehm beschädigte Bildschirme zu einer audiovisuellen Komposition, die den Konnex von Machtlosigkeit und Emotion erörtert.

 

2015 hat die Heidelberger Kunststiftung Rainer Wild einen Förderpreis für junge Kunst in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden ins Leben gerufen.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Er fördert herausragende Leistungen auf den Gebieten der Malerei, Skulptur, Video- und Fotokunst. Der Preis richtet sich im Wechsel an Studierende und AbsolventInnen je einer der umliegenden Kunsthochschulen und Kunstakademien.
2019 waren  Studierende in der Abschlussphase ihres Studiums und AbsolventInnen (aus den Jahren 2018 und 2019) der HfG Karlsruhe eingeladen, ihre Entwürfe für einen Werkvorschlag einzureichen, der im Rahmen einer eigenen Ausstellung im Studioraum 45cbm der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden realisiert wird.

Der diesjährige Preisträger Lukas Rehm wurde von einer Jury ausgewählt, die sich aus Vertreter*innen von Museen, Galerien, Hochschulen und Kulturpolitik zusammensetzte:

Hendrik Bündge (Staatliche Kunsthalle Baden-Baden)
Heinrich Dietz (Kunstverein Freiburg)
Sascha Fronczek (Grafiker, Karlsruhe)
Christina Lehnert (Kunsthalle Portikus, Frankfurt)
Imke Kannegießer (Kunstverein Reutlingen)
Dietrich Roeschmann (art-line Magazin, Freiburg)

Bisherige Preisträger*innen:
2018 Hanna-Maria Hammari, HfBK Städelschule Frankfurt
2017 Eva Gentner mit Adrian Nagel, Staatliche AdBK Karlsruhe
2016 Stepanie Neuhaus, Staatliche AdBK Stuttgart
2015 Lotte Meret Effinger, HfG Karlsruhe

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21.09.2019
Constantin Hartenstein. Turbo Ripper

Constantin Hartenstein untersucht in seiner skulpturalen Medienarbeit narzisstische Phänomene einer digitalen Gesellschaft und deren Fitness- und Selbstoptimierungsindustrie. Die für den Studioraum 45cbm konzipierte Installation „NARC“ verhandelt das gesellschaftliche Streben nach optimierter Individualität, der einsame Homogenität gegenübersteht. Dieses Paradoxon sichtbarmachend, zeigt Hartenstein, wie die Werbeversprechen der Fitnessindustrie und ihre Alchemie-ähnlichen Produkte sich in die Körper und Verhaltensmuster ihrer Nutzer*innen einschreiben. Dabei lenkt der aus Proteinpulverpartikel gegossene Portalschrein den Blick in sein inneres Zentrum: Im hermetisch von Spiegeln abgegrenzten Raum beschäftigt sich die an Narziss erinnernde Figur nur mit ihrem Spiegelbild, während sie voyeuristisch von einer präsenten Kamera gefilmt wird. Gedankenverloren löst sich die Figur arrhythmisch zwischen den Räumen in die leuchtenden Partikel ihres eigenen Konsums auf.

Constantin Hartenstein (*1982) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten waren unter anderem bereits zu sehen in der Berlinischen Galerie, MoMA New York, GFZK Leipzig und Goethe Institut Peking.

Eröffnung: Freitag, 20.9.2019, 19 Uhr
Begrüßung: Hendrik Bündge, Einführung: Johannes Honeck

www.constantinhartenstein.com

Constantin Hartenstein, NARC, 2019, Epoxidharz, Hot Blood 3.0 Blue Guarana Pre-Workout Booster, LED, Wasser, Video, 2x2x3m, © Studio Hartenstein, Kunsthalle Baden-Baden

Cinematography: Anne Braun
Schauspieler: Saïd Oulali
Sound Design: Tommi Toivonen
Set Assistance: Marie-Luce Theis, Alexander Wilmschen

Mit freundlicher Unterstützung von

Renate und Waltraut Sick Stiftung, Silikonfabrik, Dipon.de

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20.07.2019
MONIKA GRABUSCHNIGG

Seit Jahrtausenden formt die menschliche Hand Lehm und Ton, um Nützliches zu schaffen und um Erlebtes wiederzugeben. Heute hat sich indessen ein wesentlicher Anteil der persönlichen Erfahrungswelt in den virtuellen Raum verlagert. Die Effekte dieser Veränderung sind körperlich wahrnehmbar, doch häufig nur diffus zu greifen. Die Künstlerin Monika Grabuschnigg spürt der sich wandelnden Wirklichkeitserfahrung nach, indem sie Verfahren des Virtuellen in materielle Keramik überträgt. Für die Ausstellung „In Delirium I Wear My Body“ im Studioraum 45cbm der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden schafft sie drei neue Keramikreliefs, die an Körper erinnern – Körper, die sich frei formen und de-realisieren.

Monika Grabuschnigg (*1987 in Feldkirch, Österreich) lebt und arbeitet in Berlin.

Die Ausstellung wird unterstützt vom Land Vorarlberg und dem Österreichischen Kulturforum Berlin.

Freier Eintritt

Eröffnung am Freitag, den 19. Juli 2019 um 19 Uhr.

Fotos: Michelle Mantel

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18.05.2019
Charlotte Eifler

Die Medienkünstlerin Charlotte Eifler beschäftigt sich in ihren Werken mit digitalen Technologien und den Politiken von Repräsentation, Erfassung und Abstraktion. Haben wir ein Recht auf Undurchsichtigkeit? Wie können wir uns algorithmischer Auswertung entziehen? Warum wird der Begriff der Cloud verwendet? Für ihre Ausstellung im Studioraum 45cbm entwickelt sie ein Trainingsset, um sich widerständig durch den Cyberspace zu bewegen. Hierzu kombiniert sie bereits bestehende mit neuen Arbeiten zu einem installativen Arrangement, das grundsätzliche gesellschaftliche Fragen nach dem Umgang mit neuen Technologien und den darin eingeschriebenen Narrativen aufwirft.

Charlotte Eifler ist diesjährige Baldreit-Stipendiatin in Baden-Baden.

Eröffnung am Freitag, 17. Mai 2019, 19 Uhr
Begrüßung: Johan Holten, Einführung: Luisa Heese

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30.03.2019
Valentina Knežević

Warum zieht ein Mensch freiwillig in Kriege? Was passiert, wenn der Krieg als eine der extremsten Formen der Gewalt zum Alltag wird?  (Valentina Knežević)

Die in der Ausstellung #4b5320 gezeigten Arbeiten der Künstlerin Valentina Knežević widmen sich der Figur des*der Berufssoldat*in. Dabei rückt sie den Krieg als einen anor­malen, jedoch für die betroffenen Menschen zur Normalität gewordenen Zustand in den Fokus.

Die Ausstellung zeigt Kneževićs Videofilm VOICEOVER I sowie vier digitale Foto-Text-Collagen. Beide Arbeiten basieren auf Gesprächen mit Soldat*innen und Veteran*innen, die die Künstlerin zu inneren Monologen zusammengefasst hat. Sie spiegeln soziale und psychologische Dynamiken der Berufsar­mee, kehren die Absurdität des Kriegsalltags nach außen und geben den Soldat*innen nicht zuletzt eine Stimme.

Valentina Knežević (Split, Kroatien) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

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02.02.2019
René Stessl

„Make Egoism Great Again!“ – dieser Leitsatz könnte weltweit für jene nationalistischen Tendenzen stehen, die Politiker zu Handelszöllen gegen andere Länder zwingen oder eine Verstärkung von Grenzkontrollen zum eigenen Schutz durchführen. Aber braucht es heutzutage tatsächlich mehr Egoismus? Die Ausstellung des österreichischen Künstlers René Stessl (*1974) lädt zur Auseinandersetzung mit diesem vielschichtigen Thema ein. Zwei Tische, zwei Stühle sowie eine Pflanze bilden das Interieur von „Das Restaurant der Egoisten“ im Studioraum 45cbm. Speisen und Getränke des Café Kunsthalle können bestellt und in der Installation selbst verzehrt werden. Dabei sitzt der Gast beim Platznehmen sich selbst gegenüber. Das Prinzip einer relationalen Ästhetik im Sinne Nicolas Bourriauds, die Kunstwerke als soziale Environments begreift, in denen Erfahrungen geteilt werden, wird so von Stessl humorvoll konterkariert.

Zentral für das künstlerische Schaffen von René Stessl ist neben der Malerei das Kochen, meist für wildfremde Menschen im öffentlichen, urbanen Raum. Bekannt wurde Stessl mit seinem „1hourrestaurant“ für das er an bekannten Orten weltweit – etwa dem Times Square in New York oder auf der Athener Akropolis – ein Tisch und zwei Stühle bereitstellt und mit Hilfe eines Gaskochers ein mehrgängiges Menü zubereitet, das kostenlos an die Passanten verteilt wird. Er begreift sein Vorgehen als „Werkzeug der Annäherung“, wie er sagt. Mittels seines kulinarischen Projekts versucht Stessl, seinen Gästen über die inszenierte Restaurantsituation so nah wie möglich zu kommen und einen kleinen Ausschnitt ihrer Persönlichkeit freizulegen. Als gelernter Koch setzt er die Tradition des „Restaurant der Egoisten“ nach der Premiere in Brüssel (2015) nun in Baden-Baden fort.

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01.12.2018
Hanna-Maria Hammari

Zum bereits vierten Mal wird der Förderpreis für Bildende Kunst in Kooperation mit der Stiftung für Fruchtmalerei und Skulptur verliehen. Der Förderpreis 2018 geht an die finnische Künstlerin Hanna-Maria Hammari (*1986). Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und studierte 2011-2017 Bildende Kunst an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Tobias Rehberger und der Cooper Union in New York (2016).

2015 hat die Heidelberger Stiftung für Fruchtmalerei und Skulptur einen Förderpreis für junge Kunst in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden ins Leben gerufen.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Er fördert herausragende Leistungen auf den Gebieten der Malerei, Skulptur, Video- und Fotokunst. Der Preis richtet sich im Wechsel an Studierende und AbsolventInnen je einer der umliegenden Kunsthochschulen und Kunstakademien.

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22.09.2018
Kasia Fudakowski

„Alles was kein Korb ist, ist ein schlechter Korb.“

Fudakowski, 2017

Bad Basket präsentiert das Ergebnis einer dreitägigen Zusammenarbeit der Künstlerin Kasia Fudakowski mit fünf mexikanischen Kunsthandwerkern während eines Aufenthalts in Mexiko im Jahr 2017. Mit einer notwendigen Sensibilität für Aneignungstendenzen in der zeitgenössischen Kunst hinterfragt die Künstlerin mit den in Kollaboration entstandenen Arbeiten jenen schmalen Grat zwischen kultureller Inspiration, Beeinflussung und Aneignung.

Neben drei gewebten Objekten verweisen Schwingtüren aus schwerem Metall sowie Dokumentationsfotografien auf den kollaborativen Entstehungsprozess des Projekts und stellen darüber hinaus erneut einen Bezug zur kolonialen Vergangenheit Mexikos sowie zur kolonialen sowie künstlerischen Appropriation her.

Der Eintritt in die Ausstellung erfordert eine gewisse Eindringlichkeit des Besuchers. Die Schwingtüren aus schwerem Metall, die den Blick der Besucher auf die dahinterliegenden Objekte versperren, tragen einen Auszug aus B. Travens Kurzgeschichte Der Großindustrielle, die Martin Hernandez Robles, ein Rotulista (Schilderschreiber) aus Mexiko-Stadt auf die Oberfläche aufgetragen hat.

Der kreative Mensch sollte keine andere Biographie haben als seine Werke.

B. Traven

Der Schriftsteller B. Traven ist vor allem für seine Kurzgeschichten bekannt, die erstmals in den 1920er Jahren veröffentlicht wurden und sich mit dem Leben der gewöhnlichen Mexikaner befassen, die ein sehr genaues und aufschlussreiches lokales Wissen aufweisen, obwohl sie selbst keine Mexikaner sind. B. Traven ist der Pseudonym eines Autors, dessen Biografie in ein Geheimnis gehüllt ist, das durch die Tatsache, dass seine auf Englisch veröffentlichten Schriften voller Germanismen sind, noch komplexer wird, während die auf Deutsch erschienenen voller Anglizismen sind. Der auf den Schwingtüren gemalte Auszug bildet einen Dialog zwischen einem gebürtigen New Yorker und einem einheimischen Künstler aus Oaxaca ab und führt auf diese Weise in das Spannungsfeld des Ausstellungskontexts ein.

Heute ist es normal, Künstler zu sein. Spezialisten sind die exotischen Vögel, die einst Künstler waren. Mit einem Spezialisten zu arbeiten ist zu einer exquisiten Erfahrung geworden, die sich leicht in ein Kunstwerk verwandeln lässt.

Auszug aus Was Menschen für Geld tun Manifesta 11 review in Art Agenda, Ingo Niermann, 2016

Die drei gewebten Arbeiten zeigen das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Fudakowski und Martina Garcia Garcia, Marivel Hernandez Marcelino und Augustin Mendoza. Jedes Stück wurde von dem Kunsthandwerker und dem Künstler geschaffen, die abwechselnd jede Stunde weben. Zur Unterscheidung wurden die naturfarbenen Flächen vom Handwerker gewebt, während die bunten Bereiche vom Künstler gewebt wurden. Ein genauer Blick zeigt das Ungleichgewicht in der Fähigkeit, nicht nur durch die Fehler, die die Künstlerin beim Weben geschaffen hat, sondern auch durch das langsame Tempo, mit dem sie arbeiten konnte, während die Geschicklichkeit und Schnelligkeit eines jeden Handwerkers klar ersichtlich ist. Die gewebten Arbeiten werden von Schwarz-Weiß-Fotografien begleitet, die den kollaborativen Prozess dokumentieren, der die Fotografie aus der umstrittenen kolonialen Vergangenheit Mexikos nachahmt.

Kasia Fudakowski (*1985) lebt und arbeitet in Berlin.

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16.06.2018
Ad Minoliti

Ad Minolitis Arbeiten kreisen um die Bezüge zwischen abstrakter Maltradition, (Interior-)design und Geschlecht. Teil ihrer künstlerischen Strategie ist der Entwurf einer queeren Parallelwelt, die sie in der Umdeutung kunsthistorischer und sozialer Konventionen spiegelt. Hierfür macht sich Minoliti die geometrische Formensprache der klassischen Moderne zunutze: Einst Träger utopischer Lebensentwürfe wird sie zur Quelle eines fröhlich feministischen Projekts.

Ihre Ausstellung „Coven“ (dt. Hexenzirkel) kombiniert digitale Prints sowie ein Video vor einem eigens für den Studioraum entworfenen Wandbild, das die Prinzipien musealer Präsentation durch das anspielungsreiche Deutungssystem der Künstlerin ersetzt. Ein Spiel ästhetischer und populärkultureller Zeichen, von Medien- und Formzitaten nimmt seinen Lauf.

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12.05.2018
Schirin Kretschmann

Die ortsbezogenen Arbeiten von Schirin Kretschmann bestechen durch ihre Präsenz. In ihren »installativen Malereien« siebt sie etwa große Flächen aus leuchtendem Pigment über abgebaute Elemente der Architektur oder platziert gefärbtes Speiseeis im Ausstellungsraum, das sich im Vorgang des Schmelzens und Wiederantrocknens subtil mit der Umgebung verbindet. Der prozessuale Charakter eines jeden Werkes entwickelt sich zumeist erst nach der vermeintlichen Fertigstellung.

Im Studioraum realisiert die Künstlerin eine Arbeit mit schwarzem Lederfett. Als synästhetisches Erlebnis konstituiert sich diese Intervention aus der Spannung zwischen den Eigenschaften des Materials und der Spezifik des Ausstellungsraums.

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Montag
Geschlossen
Dienstag
10–18 Uhr
Mittwoch
10–18 Uhr
Donnerstag
10–18 Uhr
Freitag
10–18 Uhr
Samstag
10–18 Uhr
Sonntag
10–18 Uhr
Preise
Erwachsene
7 Euro
Ermäßigt
5 Euro
Schüler*innen
3 Euro
Familie
11 Euro
Alle Preise
Adresse

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8 a
76530 Baden-Baden

Kontakt

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F +49 7221 30076-500
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