Programm

31.10.2020
Stefani Glauber

Stefani Glauber beschäftigt sich in ihrer Einzelpräsentation mit einer möglichen Zukunft, in der Geruch nahezu vollständig digitalisiert ist. Gerüche können darin sensorisch aufgenommen werden und sind systematisiert erkennbar. In Anlehnung an das religiöse Zeremoniell des Weihrauchschwenkens, präsentiert Glauber einen Geruch, der die tragende Person in das gesellschaftliche Zentrum behauptet: In Abwesenheit von Krankheit, Alter und Armut, in die hierarchischste Position innerhalb gesellschaftlicher Machtgefälle. Der entstandene Geruch ist zugleich eine Maske, ein Schutzschild, mit dem sich die tragende Person vor Riechsensoren aus der gesellschaftlichen Peripherie heraus platzieren kann. Ein geruchlicher Filter, ein Produkt der Zukunft.

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29.05.2020
Alice Peragine

In Reaktion auf die derzeitige Situation in Zusammenhang mit dem Coronavirus, richtet Peragine „Auto Body Repair“ „in remote control“, also per Fernsteuerung ein. Vom Team der Kunsthalle werden mehrere Monitore hinter eine provisorisch mit Kinesio-Tape angebrachte Baufolie gehängt. Sie zeigen neu entstandene Videos, in denen die ursprünglich für die Eröffnungsperformance gefertigten Objekte in Interaktion mit menschlichen Akteur*innen treten. Körper- und Technologiefragmente werden in gegenseitigen Abhängigkeiten zueinander gesetzt: Wie werden sie einander ähnlich? Wo stützen sie sich? Wo verweigern sie sich? „Auto Body Repair [in remote control]“ lädt zu einem entschleunigten Nachdenken über die eigenen Verstrickungen in gegenwärtige Abhängigkeiten ein; dazu, ihren materiellen, psychischen und sozialen Konsequenzen nachzuspüren, aber auch, Ressourcen für (selbst)fürsorgliches und emanzipatorisches Handeln zu entdecken.

 

 

Eine wesentliche Erweiterung dieser Auseinandersetzung ist ein multimediales Dokument, das in Kooperation mit der Grafikdesignerin Lena Thomaka entstanden ist. Es versteht sich als digitaler Referenz-Raum zur Ausstellung der neue Formen von Zugänglichkeit in Zeiten von „physical distancing“ untersuchen möchte.

Sie finden es hier zum Download:
https://kunsthalle-baden-baden.de/wp-content/uploads/ALICE_PERAGINE_auto_body_repair.pdf

Alice Peragine (*1986 in München) lebt und arbeitet in Hamburg und ist Preisträgerin 2020 der Villa Romana in Florenz.

kuratiert von Benedikt Seerieder

 

Mit freundlicher Unterstützung von LBBW – Stiftung Landesbank Baden-Württemberg.

Freier Eintritt

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18.01.2020
Martin Wühler

synthetic media or an object that never existed“ hat der Künstler Martin Wühler (*1983 in Erfurt, Deutschland) seine Einzelausstellung im Studioraum 45cbm genannt, für die er eigens eine raumgreifende Installation angefertigt hat, welche die ganzen 45 Kubikmeter des Ausstellungsraumes einnehmen wird. Der Zweifel an der Wirklichkeit und die Herausforderungen und Möglichkeiten des Digitalen und Virtuellen steht im Zentrum von Wühlers künstlerischen Arbeiten. Häufig kombiniert er organische und synthetische Materialien und Anwendungen, erstellt mit Hilfe eines 3D-Druckers neuartige Objekte und Skulpturen: Ideal und Wirklichkeit werden miteinander collagiert und ergeben etwas gänzlich Neues. Wühlers künstlerische Verfahrensweise nimmt sich bestimmte Strategien zum Vorbild, die uns auch im neuen Jahrzehnt in unserem täglichen Leben als Medienkonsumenten begegnen und beschäftigen werden. Um welche vermeintlichen Themen es dabei gehen wird, hat Wühler selbst formuliert:

content aware fill I astroturfing I gan I dark pr I face swap I image phylogeny I digital forensics I mutual information I dissimilarity calculation I information sphere I disinformation campaign I adversarial training I discriminator I nonsensical pattern I is trying to fool the latter and the latter is trying to avoid being fooled I deep fake I semantically similar I mutual information I kinship relations I specially crafted structures of interconnected layers I blended future I semi-supervised I autonomous agents I strategic affairs I malicious use I random noise I compressed representation I thispersondoesnotexist:

Martin Wühler (*1983 in Erfurt, Deutschland) lebt und arbeitet in Leipzig. Er nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit teil.

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23.11.2019
LUKAS REHM

Förderpreis für Bildende Kunst 2019
Kunststiftung Rainer Wild

Eröffnung und Preisverleihung: Freitag, 22. November 2019, 19 Uhr
Begrüßung und Preisverleihung: Luisa Heese, Annika Kouris
Einführung: Benedikt Seerieder

Lukas Rehm untersucht in seiner Medieninstallation eine Geste, die er zum Zeichen einer emotionalisierten Gegenwart erklärt: Spielende schleudern ihren Controller in den Bildschirm, um Frustrationen auszuagieren. Der Screen bricht, das Spiel ist beendet.

Auch in Gesellschaft und Politik wird Gefühlen von Frust und Ohnmacht häufig affektiv begegnet. Anstelle des kühlen Strebens nach Kompromiss und Konsens treten aggressive, destruktive Gesten, die nur vermeintlich neue Handlungsmacht verschaffen. In der Ausstellung arrangiert Lukas Rehm beschädigte Bildschirme zu einer audiovisuellen Komposition, die den Konnex von Machtlosigkeit und Emotion erörtert.

 

2015 hat die Heidelberger Kunststiftung Rainer Wild einen Förderpreis für junge Kunst in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden ins Leben gerufen.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Er fördert herausragende Leistungen auf den Gebieten der Malerei, Skulptur, Video- und Fotokunst. Der Preis richtet sich im Wechsel an Studierende und AbsolventInnen je einer der umliegenden Kunsthochschulen und Kunstakademien.
2019 waren  Studierende in der Abschlussphase ihres Studiums und AbsolventInnen (aus den Jahren 2018 und 2019) der HfG Karlsruhe eingeladen, ihre Entwürfe für einen Werkvorschlag einzureichen, der im Rahmen einer eigenen Ausstellung im Studioraum 45cbm der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden realisiert wird.

Der diesjährige Preisträger Lukas Rehm wurde von einer Jury ausgewählt, die sich aus Vertreter*innen von Museen, Galerien, Hochschulen und Kulturpolitik zusammensetzte:

Hendrik Bündge (Staatliche Kunsthalle Baden-Baden)
Heinrich Dietz (Kunstverein Freiburg)
Sascha Fronczek (Grafiker, Karlsruhe)
Christina Lehnert (Kunsthalle Portikus, Frankfurt)
Imke Kannegießer (Kunstverein Reutlingen)
Dietrich Roeschmann (art-line Magazin, Freiburg)

Bisherige Preisträger*innen:
2018 Hanna-Maria Hammari, HfBK Städelschule Frankfurt
2017 Eva Gentner mit Adrian Nagel, Staatliche AdBK Karlsruhe
2016 Stepanie Neuhaus, Staatliche AdBK Stuttgart
2015 Lotte Meret Effinger, HfG Karlsruhe

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21.09.2019
Constantin Hartenstein. Turbo Ripper

Constantin Hartenstein untersucht in seiner skulpturalen Medienarbeit narzisstische Phänomene einer digitalen Gesellschaft und deren Fitness- und Selbstoptimierungsindustrie. Die für den Studioraum 45cbm konzipierte Installation „NARC“ verhandelt das gesellschaftliche Streben nach optimierter Individualität, der einsame Homogenität gegenübersteht. Dieses Paradoxon sichtbarmachend, zeigt Hartenstein, wie die Werbeversprechen der Fitnessindustrie und ihre Alchemie-ähnlichen Produkte sich in die Körper und Verhaltensmuster ihrer Nutzer*innen einschreiben. Dabei lenkt der aus Proteinpulverpartikel gegossene Portalschrein den Blick in sein inneres Zentrum: Im hermetisch von Spiegeln abgegrenzten Raum beschäftigt sich die an Narziss erinnernde Figur nur mit ihrem Spiegelbild, während sie voyeuristisch von einer präsenten Kamera gefilmt wird. Gedankenverloren löst sich die Figur arrhythmisch zwischen den Räumen in die leuchtenden Partikel ihres eigenen Konsums auf.

Constantin Hartenstein (*1982) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten waren unter anderem bereits zu sehen in der Berlinischen Galerie, MoMA New York, GFZK Leipzig und Goethe Institut Peking.

Eröffnung: Freitag, 20.9.2019, 19 Uhr
Begrüßung: Hendrik Bündge, Einführung: Johannes Honeck

www.constantinhartenstein.com

Constantin Hartenstein, NARC, 2019, Epoxidharz, Hot Blood 3.0 Blue Guarana Pre-Workout Booster, LED, Wasser, Video, 2x2x3m, © Studio Hartenstein, Kunsthalle Baden-Baden

Cinematography: Anne Braun
Schauspieler: Saïd Oulali
Sound Design: Tommi Toivonen
Set Assistance: Marie-Luce Theis, Alexander Wilmschen

Mit freundlicher Unterstützung von

Renate und Waltraut Sick Stiftung, Silikonfabrik, Dipon.de

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20.07.2019
MONIKA GRABUSCHNIGG

Seit Jahrtausenden formt die menschliche Hand Lehm und Ton, um Nützliches zu schaffen und um Erlebtes wiederzugeben. Heute hat sich indessen ein wesentlicher Anteil der persönlichen Erfahrungswelt in den virtuellen Raum verlagert. Die Effekte dieser Veränderung sind körperlich wahrnehmbar, doch häufig nur diffus zu greifen. Die Künstlerin Monika Grabuschnigg spürt der sich wandelnden Wirklichkeitserfahrung nach, indem sie Verfahren des Virtuellen in materielle Keramik überträgt. Für die Ausstellung „In Delirium I Wear My Body“ im Studioraum 45cbm der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden schafft sie drei neue Keramikreliefs, die an Körper erinnern – Körper, die sich frei formen und de-realisieren.

Monika Grabuschnigg (*1987 in Feldkirch, Österreich) lebt und arbeitet in Berlin.

Die Ausstellung wird unterstützt vom Land Vorarlberg und dem Österreichischen Kulturforum Berlin.

Freier Eintritt

Eröffnung am Freitag, den 19. Juli 2019 um 19 Uhr.

Fotos: Michelle Mantel

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18.05.2019
Charlotte Eifler

Die Medienkünstlerin Charlotte Eifler beschäftigt sich in ihren Werken mit digitalen Technologien und den Politiken von Repräsentation, Erfassung und Abstraktion. Haben wir ein Recht auf Undurchsichtigkeit? Wie können wir uns algorithmischer Auswertung entziehen? Warum wird der Begriff der Cloud verwendet? Für ihre Ausstellung im Studioraum 45cbm entwickelt sie ein Trainingsset, um sich widerständig durch den Cyberspace zu bewegen. Hierzu kombiniert sie bereits bestehende mit neuen Arbeiten zu einem installativen Arrangement, das grundsätzliche gesellschaftliche Fragen nach dem Umgang mit neuen Technologien und den darin eingeschriebenen Narrativen aufwirft.

Charlotte Eifler ist diesjährige Baldreit-Stipendiatin in Baden-Baden.

Eröffnung am Freitag, 17. Mai 2019, 19 Uhr
Begrüßung: Johan Holten, Einführung: Luisa Heese

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30.03.2019
Valentina Knežević

Warum zieht ein Mensch freiwillig in Kriege? Was passiert, wenn der Krieg als eine der extremsten Formen der Gewalt zum Alltag wird?  (Valentina Knežević)

Die in der Ausstellung #4b5320 gezeigten Arbeiten der Künstlerin Valentina Knežević widmen sich der Figur des*der Berufssoldat*in. Dabei rückt sie den Krieg als einen anor­malen, jedoch für die betroffenen Menschen zur Normalität gewordenen Zustand in den Fokus.

Die Ausstellung zeigt Kneževićs Videofilm VOICEOVER I sowie vier digitale Foto-Text-Collagen. Beide Arbeiten basieren auf Gesprächen mit Soldat*innen und Veteran*innen, die die Künstlerin zu inneren Monologen zusammengefasst hat. Sie spiegeln soziale und psychologische Dynamiken der Berufsar­mee, kehren die Absurdität des Kriegsalltags nach außen und geben den Soldat*innen nicht zuletzt eine Stimme.

Valentina Knežević (Split, Kroatien) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

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02.02.2019
René Stessl

„Make Egoism Great Again!“ – dieser Leitsatz könnte weltweit für jene nationalistischen Tendenzen stehen, die Politiker zu Handelszöllen gegen andere Länder zwingen oder eine Verstärkung von Grenzkontrollen zum eigenen Schutz durchführen. Aber braucht es heutzutage tatsächlich mehr Egoismus? Die Ausstellung des österreichischen Künstlers René Stessl (*1974) lädt zur Auseinandersetzung mit diesem vielschichtigen Thema ein. Zwei Tische, zwei Stühle sowie eine Pflanze bilden das Interieur von „Das Restaurant der Egoisten“ im Studioraum 45cbm. Speisen und Getränke des Café Kunsthalle können bestellt und in der Installation selbst verzehrt werden. Dabei sitzt der Gast beim Platznehmen sich selbst gegenüber. Das Prinzip einer relationalen Ästhetik im Sinne Nicolas Bourriauds, die Kunstwerke als soziale Environments begreift, in denen Erfahrungen geteilt werden, wird so von Stessl humorvoll konterkariert.

Zentral für das künstlerische Schaffen von René Stessl ist neben der Malerei das Kochen, meist für wildfremde Menschen im öffentlichen, urbanen Raum. Bekannt wurde Stessl mit seinem „1hourrestaurant“ für das er an bekannten Orten weltweit – etwa dem Times Square in New York oder auf der Athener Akropolis – ein Tisch und zwei Stühle bereitstellt und mit Hilfe eines Gaskochers ein mehrgängiges Menü zubereitet, das kostenlos an die Passanten verteilt wird. Er begreift sein Vorgehen als „Werkzeug der Annäherung“, wie er sagt. Mittels seines kulinarischen Projekts versucht Stessl, seinen Gästen über die inszenierte Restaurantsituation so nah wie möglich zu kommen und einen kleinen Ausschnitt ihrer Persönlichkeit freizulegen. Als gelernter Koch setzt er die Tradition des „Restaurant der Egoisten“ nach der Premiere in Brüssel (2015) nun in Baden-Baden fort.

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01.12.2018
Hanna-Maria Hammari

Zum bereits vierten Mal wird der Förderpreis für Bildende Kunst in Kooperation mit der Stiftung für Fruchtmalerei und Skulptur verliehen. Der Förderpreis 2018 geht an die finnische Künstlerin Hanna-Maria Hammari (*1986). Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und studierte 2011-2017 Bildende Kunst an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Tobias Rehberger und der Cooper Union in New York (2016).

2015 hat die Heidelberger Stiftung für Fruchtmalerei und Skulptur einen Förderpreis für junge Kunst in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden ins Leben gerufen.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Er fördert herausragende Leistungen auf den Gebieten der Malerei, Skulptur, Video- und Fotokunst. Der Preis richtet sich im Wechsel an Studierende und AbsolventInnen je einer der umliegenden Kunsthochschulen und Kunstakademien.

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Montag
Geschlossen
Dienstag
11–18 Uhr
Mittwoch
11–18 Uhr
Donnerstag
11–18 Uhr
Freitag
11–18 Uhr
Samstag
11–18 Uhr
Sonntag
11–18 Uhr
Preise
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7 Euro
Ermäßigt
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Schüler*innen
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Familie
11 Euro
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Adresse

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8 a
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