Programm

17.07.2021
Tausendundeine Rose – Silvina Der-Meguerditchian

Der Besitzer von „One Thousand and One Roses“ war Armenier, ein Junge aus Dörtyol, der während des Völkermords verwaist war und es bis nach Aleppo geschafft hatte. Sein Name war Hovhannes Haroutyunian. Er hatte sich der Blumenzucht auf einem kleinen Grundstück in der Nachbarschaft von Azizieh verschrieben, das zugleich sein Zuhause und sein Arbeitsplatz war. Er war der erste Blumenzüchter und Blumenhändler in Aleppo, das damals eine wichtige, aber noch provinzielle Stadt war. Neben Nelken züchtete er als erster in der Stadt Gladiolen und Dahlien (die von ihm gezüchteten Dahlien sind auf den Fotos zu sehen).
Es ist nicht klar, wie er ein so erlesenes Grundstück im besten Viertel der Stadt bekommen konnte (noch heute gilt Azizieh als fast einziges altes und vornehmes Viertel von Aleppo). Vielleicht hatte er, wie viele andere Waisen, die nach dem Völkermord die Stadt erreicht hatten, ein Handwerk erlernt und konnte mit dem verdienten Geld das Land erwerben. Er starb im Jahr 1990. Heute steht der Laden „Tausendundeine Rose“ noch immer in Aleppo, in der Ecke desselben Grundstücks. Aber es ist eine Ruine, und nur Gras wächst dort.

Ich wünschte, diese Erinnerungen könnten funktionieren wie die antiken Samen im Garten der Minerva in Salerno, die, als sie bei einer archäologischen Ausgrabung entdeckt wurden, wieder von Licht und Wasser befruchtet wurden und mit Arten aufblühen, die es nicht mehr gibt.

 

Silvina Der-Meguerditchian
One Thousand and One Roses
aus der Serie “Texture of Identity”
2021
Farbig laminierte Foto-Reproduktionen, Baumwollgarn und Wolle
250 x 86 cm
Courtesy Silvina Der-Meguerditchian

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17.07.2021
Maxa Yoawi: Die Wasser von unten stiegen auf und im freien Fall vereinten sie sich in Liebe mit jenen von oben – Gabriel RosseIl Santillán

Maxa Yoawi: Die Wasser von unten stiegen auf und im freien Fall vereinten sie sich in Liebe mit jenen von oben (2016)

Hat er es schließlich geschafft in Liberia zu bleiben oder konnte er sein Leben in Kamerun retten? Ich betrachte eine schwarzweiß Fotografie von Quane Didobe am Bahnhof Hallesches Tor. Quane, so hieß er, bevor ihn die Missionare auf den Namen Martin Didobe getauft haben. Auf dem Foto ist er aufrecht, voller Knöpfe, seinen Zug der ersten Klasse flankierend -mit dem er immer zum Zoologischen Garten fuhr- abgebildet. Ich schaue auf mein Handy und sehe die SMS von Elke aus dem Moore: Lass uns um 8 Uhr am Halleschen Tor treffen, einen Kaffee trinken und über den Obsidian sprechen. Es ist Samstag, in der Nacht hatte es durchgeregnet und der Tag beginnt mit einem wunderschönen Morgen. Wir treffen uns am Bahnhof und gehen gemeinsam Richtung Mehringdamm, die Kreuzung Stresemannstraße Ecke Niederkirchnerstraße hinter uns lassend. Dort wurde das Königlich Preußische Archiv, welches ehemals die ethnologischen Sammlungen beherbergte, 1945 von einer Bombe getroffen. Wir suchen nach einem Café wo wir frühstücken können, aber noch haben alle geschlossen. Schließlich finden wir einen bereits offenen Bioladen, in welchem wir Brötchen und Kaffee bekommen. Wir setzen uns an die Fensterfront, die Sonne scheint auf unseren Tisch.

Ich erzähle Elke, dass die Motive der im Heidelberger Kunstverein gezeigten Fotos, von den Mitgliedern der Wixarika Gemeinde ausgewählt worden sind. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Fotos möchten die Gemeinde und ich eine Art tragbares Archiv bauen. Darin sollen die Fotografien der vergangenen drei Jahre aufbewahrt werden, welche die Gemeindemitglieder 1928 mit einer Москва (Kamera)geschossen haben. Auch die Dokumentation der Zeremonien in der Wüste Wixikuta und auf dem Berg El Quemado, sowie die Aufzeichnungen des Besuches von Xaureme und Dionisio im ethnologischen Museum Berlin Dahlem (2005) sollen in dem tragbaren Archiv einen Platz finden. Das Filmmaterial von 2005 müsste noch einmal überarbeitet werden, da Informationen fehlen, vor allem dann, wenn die von Dionisio beschriebenen Objekte im Film nicht zu sehen sind. Die Qualität der damaligen Aufnahmen war nicht sehr gut, was es besonders den Weberinnen erschwert, die Knoten und Stiche der Muster auf den Textilien zu zählen, um sie nachzuarbeiten. Viele der Muster auf den zeremoniellen Objekten, die sich in der Sammlung von Dahlem befinden, sind in der Sierra Madre nicht mehr vorhanden. Jedes Muster auf den Wixarika Objekten entspricht einer Zeremonie. So findet man in Dahlem das Muster eines königlichen Spechts, der heute ausgestorben ist. Innerhalb der Gemeinde kamen deswegen mehrere Fragen auf: Wie lief die Zeremonie damals ab? Würde die Zeremonie heute wieder genauso abgehalten, oder wie könnte eine vergleichbare Zeremonie heute aussehen? Aus all diesen Fragen und Ansätzen ergab sich ein neuer Dialog, der mit den Mara‘akate geführt wurde.

In den vergangenen fünfzehn Jahren errichtete der mexikanische Staat drei Schulen in dem Gebiet der Wixarikas. Die damit einsetzende Alphabetisierung hat die Mitglieder der Gemeinde voneinander entfernt. Mit dem tragbaren Archiv möchten wir den Dialog zwischen den Generationen wieder fördern und stärken. Wir möchten im Rahmen der gemeinsamen Arbeit herausfinden, welche AutorInnen wichtig für die Gemeinde sind um ihre Texte dann ins Wixarika zu übersetzen. Im Fokus stehen vor allem die Arbeiten von kritischen indigenen DenkerInnen und FeministInnen of Color. Ein anderes Vorhaben, welches durch den Verkauf des Obsidians finanziert werden wird, ist die Erstellung eines kleinen Heftes. In dem Heft werden 83 Fotos von Opfergaben aus der Sammlung des ethnologischen Museums Dahlem abgebildet sein. Jedes Opfergaben wird zweimal abgebildet, einmal in Farbe auf der Vorderseite und einmal aus leicht veränderter Perspektive auf der Rückseite in schwarz-weiß. Die Wirrarika baten mich darum, dass die einzelnen Seiten des Buches leicht herauszulösen sein sollten, um die Bilder während einer Zeremonie oder an einem zeremoniellen Ort einzutauschen, einzugraben oder verbrennen zu können.
Sobald ich in Mexiko angekommen war, begab ich mich in das Gebirge “Sierra El Astillero”, den Erlös aus der Dauerleihgabe des Obsidian bei mir tragend um voller Vorfreude endlich mit der Erstellung des tragbaren Archivs beginnen zu können. Mit dem Geld sollten die Druckkosten der Fotos in Heidelberg beglichen werden und das was davon übrigblieb, sollte als Startguthaben für den Bau des Archivs genutzt werden. Zu meiner großen Überraschung wollte die Gemeinde plötzlich ein anderes Projekt wieder aufgreifen, welches aufgrund von Problemen ins Stocken geraten war und einen Konflikt in der Gemeinde ausgelöst hatte.

Das Ziel des Projektes war der Bau eines Hirschgeheges in Cipres. Die Gemeinde erwarb 2011 fünfzehn Hirsche, die sich aber noch an einem anderen Ort der Sierra befanden. Es wurde eine gewisse Geldsumme eingeplant um die Hirsche in der Nähe der Gemeinde einzuhegen. Bislang konnte das Vorhaben nicht beendet werden, da sich die Verantwortlichen mit den Geldern aus dem Staub gemacht haben. Die Wixarika Gemeinde hatte bereits mit der Wiederaufnahme des Projektes begonnen und einen jungen Wixarika, Totupica, als Verantwortlichen ausgewählt. Totupica studierte an der Universidad Autónoma de México (UNAM) Veterinärmedizin und ergänzt sein wissenschaftliches Wissen mit dem uralten Wissen der Wixarikas. Vor ein paar Jahren lernte ich Totupica durch die Coamil (gemeinnützige Arbeit) kennen. Ich fragte ihn ob es möglich wäre, mich an dem Projekt zum Bau des Hirschgeheges zu beteiligen. Er hielt es für eine gute Idee. Das Vorhaben wurde ursprünglich von Xaureme² initialisiert, welcher uns nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite stand. Zunächst begannen wir mit einer Bestandsaufnahme des Geländes und verschafften uns einen Überblick darüber, was für den Transport der Tiere notwendig wäre. Erst einmal mussten wir die Zustimmung der Hirsche für ihren Transport einholen und mit Don Chito sprechen. Er ist Mitglied der Nayaritgemeinde und hat die Hirsche in den vergangenen 5 Jahren versorgt. Er rechnete uns vor, was ihn die Hirsche an Futter und Versorgung in diesem Zeitraum gekostet haben. Die Hirschpopulation war von fünfzehn auf 53 gestiegen und davon gehörten zwanzig uns. Die Hirsche sollten im Oktober zu uns transportiert werden und nach drei Jahren, nach einem weiteren Anstieg der Population, in die freie Wildbahn entlassen werden. Durch die Freilassung der Hirsche wird das gesamte Ökosystem gestärkt, da Wölfe, Pumas und Jaguare in dem Gebiet der Sierra El Astillero vom Aussterben bedroht sind.

Totupica und ich machten uns also auf zu den Hirschen. Wir kamen am späten Nachmittag an, warfen einen ersten Blick auf die Tiere und legten uns schlafen. Die Bäume waren von einer überwältigenden Größe. Die auf dem Bergkamm herausragenden Felsen waren das einzige, worauf der Wald die Sicht freigab. Am nächsten Tag sagte ich zu Don Chito, dass ich da gerne hochgehen würde. Er antwortete mir, dass ich dort vermutlich nur als Skelett ankommen werde, da das Gebiet voller Jaguare ist. Beim Abendbrot am Feuer erzählte er uns viele Geschichten über die verschiedenen Arten von Schlangen und Klapperschlangen, die es in dem Wald gibt. Wir legten uns schlafen. Im Morgengrauen stand ich auf, um aufs Klo zu gehen. Beim Öffnen der Tür unserer Hütte begriff ich, dass der Wald eine Armlänge von mir entfernt begann. Ich konnte absolut nichts erkennen und kroch unter meine Decke zurück, an die Vielzahl der Jaguare und Wölfe denkend. Auch Totupica erwachte und öffnete die Tür. Er blieb ebenfalls, überwältigt vom Anblick des Waldes, lange in der Türe stehen.
Am nächsten Morgen sah ich den Wald so voll und dicht und die Berge um uns herum so hoch, dass vor halb elf kein Lichtstrahl unsere Hütte traf. Wir blieben zwei weitere wundervolle Tage an diesem Ort. Tagsüber besuchten wir die Hirsche, planten ihren Transport, berechneten die dafür notwendigen Mittel und besprachen die Vorkehrungen, die dafür noch getroffen werden mussten. Des Nachts dachte ich immer wieder an die Wölfe und Jaguare, die diesen Wald bewohnten.

Dank des Erlöses aus der Dauerleihgabe des Obsidians sind wir für den Transport der Hirsche im Oktober gut vorbereitet. Dennoch werden wir auf den Schutz und den Halt des Rates der Weisen angewiesen sein.

Gabriel Rossell Santillán
Übersetzung: Marie Strauss

 

Gabriel RosseIl Santillán
Maxa Yoawi: Die Wasser von unten stiegen auf und im freien Fall vereinten sie sich in Liebe mit jenen von oben
2016
Digitales Video mit Ton
11:51 Min.
Courtesy Gabriel RosseIl Santillán

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17.07.2021
Off-Sites (24/7)

Ausgangspunkt der Ausstellung ist zunächst die Kunsthalle selbst mit ihrer historischen und aktuellen Verortung im dynamischen urbanen Gefüge der Stadt zwischen Repräsentation, Neubestimmung und Luxus. Das Team der Kunsthalle entwickelte die Ausstellung unter pandemischen Bedingungen – in einer Zeit also, in der Strukturen sichtbar und die Kategorien von Ordnung und Unordnung, Sicherheit und Schutz, Außen und Innen in Frage gestellt worden sind. In Anbetracht der pandemiebedingten Schließung zahlreicher Geschäfte und kleiner Wirtschaftsbetriebe hat das Team zu bestimmten Orten im Stadtzentrum geforscht, um eine fußläufige Route durch die Stadt festzulegen, die den Rahmen für die globale Klimakrise, unsere Verbindung mit der Natur sowie die aktuellen städtischen Strukturen und Stadtmöbel setzt.

 

Sina Ataeian Dena: Ahvaz (2018/2021)

Filmstill aus

Ahvaz, Hauptstadt der Provinz mit den wichtigsten Ölvorkommen im Iran, liegt im Südwesten des Landes und war im ersten Golfkrieg nur 80 km von der Frontlinie entfernt. Unabhängigen Berichten zufolge setzte Saddam Hussein dort im Laufe des acht Jahre dauernden Krieges 387 Mal chemische Waffen ein. Die Chemikalien stammten aus der Sowjetunion, Ost- und Westdeutschland. Das eingesetzte Senfgas tötete Kämpfende und Zivilbevölkerung gleichermaßen und bildete Rückstände im Boden. Nach Ende des Krieges wurde es in der Stadt aufgrund des Klimawandels immer heißer und der chemisch vergiftete Boden trocknete langsam aus. Ahvaz gilt heute offiziell als die heißeste Stadt der Welt. Durch den vom Wind aufgewirbelten toxischen Staub hält Ahvaz einen weiteren Rekord: Sie ist die Stadt mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit. An rund 290 Tagen im Jahr liegt ein dichter, mit Chemikalien durchsetzter Dunst über der Stadt, den die Einheimischen „Sandsturm“ nennen. Noch lebt die Stadt vom Öl, aber wenn das zur Neige geht, wird Ahvaz zur Geisterstadt. Es drohen zigtausende Klimaflüchtlinge. Eine riesige Krebswelle! Für einen großen Teil der Weltbevölkerung liegt die durch die Erderwärmung ausgelöste Apokalypse noch in der Zukunft. Für uns Menschen in Ahvaz ist sie bereits Realität. Die rote Linie wurde bereits überschritten.

 

Regina José Galindo: Raíces (2015)

Regina José Galindo: Raices (2015)

Regina José Galindo’s Performance mit dem Titel Raíces wurde im Botanischen Garten in Palermo im Jahre 2015 aufgeführt dem Jahr, in dem eine der größten Migrationsbewegungen in Europa stattfand. In dieser Arbeit setzt sich die Künstlerin mit Themen der Koexistenz und dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur auseinander. Die Bäume und Pflanzen im botanischen Garten, die aus allen Teilen der Welt stammen, waren während der Performance die Protagonisten des Geschehens. Menschen, die selbst eine Migrationserfahrung gemacht haben, waren dazu eingeladen die Wurzeln der Bäume und Pflanzen zu umarmen. Dadurch konnte Galindo einen Raum schaffen, der geprägt war von einem Moment des friedlichen Zusammenlebens. 

In State and Nature präsentieren wir eines der 21 Bilder der Fotoserie, durch die die Performance dokumentiert wurde. Die Arbeit wird in einem leerstehenden Geschäft in der Luisenstraße 24 gezeigt. Regina José Galindos Arbeit wirft Fragen bezüglich der menschengemachten Existenz der Bäume und deren Verbindung zu institutionellen Agenden auf. 

 

Cengiz Tekin: Pastorale Sinfonie (2021)

Die Arbeiten von Cengiz Tekin spielen oft auf mögliche Krisen an und nutzen nicht nur die Formen, Sprachen und Strategien der Kunst auf rebellische Weise, sondern verleihen auch der tatsächlichen Rebellion mit der Kraft des Schweigens und des Widerstands Ausdruck. Die Videoinstallation Pastorale Sinfonie (2021) des in Diyarbakır lebenden kurdischen Künstlers zeigt die Zerstörung jahrhundertealter Siedlungsstrukturen durch gigantische Staudammprojekte. Tekin wirft die Frage auf, wo die Grenze zwischen der vom Menschen geschaffenen Umwelt und dem Zusammenbruch der Natur in den aktuellen Notstandsgebieten verläuft. Diese neu in Auftrag gegebene Arbeit entstand in verschiedenen Teilen Mesopotamiens, insbesondere in den antiken Städten und Bezirken, die sich entlang der Fluss- und Wasserressourcen befinden und denen durch staatliche Beschlüsse und Vorschriften Schaden zugefügt wird. Protesten und Widerstand von zivilen Organisationen und kommunalen Projekten zum Trotz wurden diese historischen und archäologisch wertvollen Stätten überflutet oder aufgegeben. So erreichte der Wasserstand des aufgestauten Flusses Tigris am 1. April letzten Jahres eine Höhe von 498,2 m (das ist kein Aprilscherz) und überflutete die gesamte Stadt Hasankeyf. Im Rahmen von Off-sites (24/7) bringt das Team der Kunsthalle die zweikanaligen Videos in den öffentlichen Raum und präsentiert sie in einer Straße zusammen mit der Geschichte darüber, wie das Wasser die Stadtstruktur und die Straßenführung in früheren Phasen der menschlichen Besiedlung in Baden-Baden geprägt hat.  

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17.07.2021
SAVE THE DATE – AUSTELLUNG

SAVE THE DATE!

State and Nature

Ausstellung

Eröffnung am 16. Juli 2021

17. Juli – 31. Oktober 2021

State and Nature wird kuratiert von Çağla İlk und Misal Adnan Yıldız mit Hendrik Bündge und Benedikt Seerieder.

Die Ausstellungen und Projekte der Kunsthalle Baden-Baden im Rahmen von State and Nature werden gefördert durch:

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Zu Ihrem und unserem Schutz bitten wir Sie, sich vor jedem Ausstellungsbesuch über die aktuellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit COVID-19 zu informieren.

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12.05.2021
Prelude – DAF (Dynamic Acoustic Research) – U-

DAF (Dynamic Acoustic Research) – U-
Light and sound installation in Lichtentaler Allee park

The collective DAF (Dynamic Acoustic Research), which understands itself as an unconfined community that has evolved under the mentorship of Jan St. Werner at the Academy of Fine Arts Nuremberg, approaches the audience both acoustically and visually with its work from the series U- (2021). The backlit sign with a white U on a blue background installed in the park at Lichtentaler Allee is surrounded by noises reminiscent of the soundscapes of underground transportation systems: a rhythmic thumping, a heavy grinding, interspersed with bright ringing. The spontaneously adaptive transformation of the site through its connection to a symbolic network undermines the absolute unconditionality of reality. The work opens the space for real and imaginary possibilities and the places and non-places in which they connect.

 

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12.05.2021
Preludes – U-

Im Park an der Lichtentaler Allee

Das Kollektiv DAF (Dynamische Akustische Forschung), das sich als entgrenzende Gemeinschaft versteht und lange unter der Mentorenschaft von Jan St. Werner an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg gewachsen ist, nähert sich mit seiner Arbeit aus der Serie U- (2021) dem Publikum sowohl akustisch als auch visuell. Um das in der Parkanlage an der Lichtentaler Allee installierte hinterleuchtete Schild mit weißem U auf blauem Grund erklingen Geräusche, die an die Klangwelten unterirdischer Transportsysteme erinnern: ein rhythmisches Pochen, ein schweres Schleifen, durchsetzt von hellem Klingeln. Die spontan-adaptive Transformation des Ortes durch die Anbindung an ein symbolisches Netzwerk untertunnelt die absolute Bedingungslosigkeit der Realität. Sie öffnet den Raum für reale und imaginäre Möglichkeiten und stellt die Frage nach Orten und Nicht-Orten, die durch sie verbunden werden.

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12.05.2021
DAF (Dynamische Akustische Forschung)- U-

Licht- und Soundinstallation im Park an der Lichtentaler Allee

Das Kollektiv DAF (Dynamische Akustische Forschung), das sich als entgrenzende Gemeinschaft versteht und lange unter der Mentorenschaft von Jan St. Werner an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg gewachsen ist, nähert sich mit seiner Arbeit aus der Serie U- (2021) dem Publikum sowohl akustisch als auch visuell. Um das in der Parkanlage an der Lichtentaler Allee installierte hinterleuchtete Schild mit weißem U auf blauem Grund erklingen Geräusche, die an die Klangwelten unterirdischer Transportsysteme erinnern: ein rhythmisches Pochen, ein schweres Schleifen, durchsetzt von hellem Klingeln. Die spontan-adaptive Transformation des Ortes durch die Anbindung an ein symbolisches Netzwerk untertunnelt die absolute Bedingungslosigkeit der Realität. Sie öffnet den Raum für reale und imaginäre Möglichkeiten und stellt die Frage nach Orten und Nicht-Orten, die durch sie verbunden werden.

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12.05.2021
Prelude – Jan St. Werner – Encourage The Stream

Soundinstallation im Park an der Lichtentaler Allee

Die Soundinstallation Encourage The Stream (2021) von Jan St. Werner, der einen Hälfte der elektronischen Musikgruppe Mouse on Mars, fungiert als akustische Verstärkung des Flusses Oos, der durch den Park als Herzstück von Baden-Baden fließt und dessen Natur prägt. In dem Versuch, mit der Oos zu kommunizieren, platziert Werner ein Mikrofon knapp über dem Wasser und transportiert das Rauschen des Flusses durch Lautsprecher über das Flussufer hinaus in den Park in Richtung der Kunsthalle. Werner schafft anhand dieses Verfahrens die Möglichkeit, die Oos auf verschiedenen Frequenzen des Klangs (akustisch) zu erforschen/wahrzunehmen und neue Raumbeziehungen herzustellen. Durch den aktiven Akt des Zuhörens entsteht ein Wahrnehmungserlebnis von Distanz und Nähe. In dem Moment, wenn sich diese beiden Ebenen akustisch miteinander vermischen, wird eine Verbindung geschaffen, die über das Zuhören hinaus, kognitive Prozesse anstößt und das Sehen mitverändert. Das akustische Überwinden von Raum und Zeit steht in dieser Arbeit auch für das sich einlassen auf die Kräfte der Natur. Es ist daher kein Zufall, dass das erste groß angelegte Kunstwerk im öffentlichen Raum, das von Çağla İlk und Misal Adnan Yıldız für ihre Amtszeit in Auftrag gegeben wurde, ein Einzelprojekt einer experimentellen, künstlerischen Praxis ist, die die Bereiche visuelle Kunst und Klang zusammenführt.

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Montag
Geschlossen
Dienstag
10–18 Uhr
Mittwoch
10–18 Uhr
Donnerstag
10–18 Uhr
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10–18 Uhr
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Sonntag
10–18 Uhr
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Ermäßigt
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