Yume no ato – was vom Traum blieb ...

Zeitgenössische Kunst aus Japan

10.9.2000 – 5.11.2000

Yume no Ato ist die umfangreichste Ausstellung zeitgenössischer japanischer Kunst, die im Rahmen des Veranstaltungsjahres Japan in Deutschland zu sehen ist. Installationen, Fotografien, Malerei und Grafik von 20 Künstlerinnen und Künstlern vermitteln einen Eindruck vom Facettenreichtum der Fragestellungen und der Vielgestaltigkeit ihrer Umsetzungen in der künstlerischen Produktion der vergangenen 10 Jahre.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage nach dem Umgang der zeitgenössischen Kunst mit der historischen Vergangenheit, der künstlerischen Tradition und der erlebten multimedialen Gegenwart in Japan. Dabei wird deutlich, dass es gerade die Überlagerung all dieser Bereiche und das Begreifen der Realität als hybrid-artifizielles Konstrukt sind, die für die meisten der Kunstwerke den Ausgangspunkt bilden. Die Erwartungshaltung des europäischen Betrachters, der sich auf die Suche nach der traditionellen Ästhetik Japans, nach Askese, Reinheit und Spiritualismus macht, wird im Land der Hightech-Industrie, des Konsumismus und der ausufernden Manga-Kultur enttäuscht. Die Kunst reflektiert diesen Bruch. Sie ist nicht exotisches Surrogat, sondern verweist auf die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen.
Durch die Verschmelzung internationaler Trends mit tradierten, japanischen Formen entsteht die besondere Charakteristik der zeitgenössischen japanischen Kunst, die dem Ausstellungsbesucher eine Annäherung an ein Japan jenseits der westlichen

Klischees ermöglicht und ihn darüber hinaus herausfordert, über den Begriff nationaler Identität im Zeitalter der Globalisierung nachzudenken.
Zur Ausstellung Yume no Ato erscheint ein Katalog inkl. CD, herausgegeben von Barbara Straka und Matthias Winzen (Preis: DM 48,-).

Yume no Ato ist ein Ausstellungsprojekt des Hauses am Waldsee, Berlin, in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Idee und Konzeption: Barbara Straka; Kuratoren: Barbara Straka und Margrit Brehm; Projektassistenz: Christa Plischki