Dissimile

Prospektionen: Junge europäische Kunst

30.11.2002 – 16.2.2003

Ein Projekt der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung

Gibt es so etwas wie eine »kulturelle Währung« Europas? Anders gefragt: Welche kulturellen, welche symbolischen Verständigungsmöglichkeiten stehen der fortgeschrittenen ökonomischen Integration Europas gegenüber? DISSIMILE präsentiert Antworten und Entwürfe von Künstlerinnen und Künstlern aus 11 Staaten Europas. Das Gemeinschaftsprojekt von Staatlicher Kunsthalle Baden-Baden und Allianz Kulturstiftung ist Ausstellung, Aufführungsreihe, Workshop und Diskussionsforum zugleich. In einer Ausstellung stellt die Kunsthalle innovative Tendenzen aus den Bereichen Bildende Kunst, Design und Architektur vor. Theater-, Tanz-, Musik- und Filmaufführungen, Performances, Club-Nächte, Vorträge und Künstlergespräche begleiten die Ausstellung als Sonderveranstaltungen in der Kunsthalle und an anderen Orten in Baden-Baden. An der Ausstellung und dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm sind mehr als 70 Künstlerinnen und Künstler aus den verschiedenen Kunstszenen europäischer Großstädte beteiligt. Internationalität wie auch das Interdisziplinäre ihrer Positionen stehen für die kulturelle Vielfalt in der europäischen Einheit, für komplexe und prozesshaft bewegte Konstellationen von Ähnlichem (lat. simile) und Unähnlichem (dissimile): DISSIMILE. Die europäische Realität vieler Nationen und unterschiedlicher Kulturen wird als Problem thematisiert und zugleich als produktives Potenzial herausgefordert. Die Ausstellung wurde gemeinsam von der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden und der Allianz Kulturstiftung konzipiert und von Fritz Emslander, Ludger Hünnekens und Matthias Winzen kuratiert. Der von Ludger Hünnekens und Matthias Winzen herausgegebene Katalog enthält einen einleitenden Essay, Texte zu den beteiligten Künstlern (Band 1) sowie vertiefende wissenschaftliche Beiträge und die Dokumentation aller während DISSIMILE durchgeführten Veranstaltungen (Band 2, erscheint zum Symposium).

Workshop DISSIMILE
Das Gemeinschaftsprojekt von Staatlicher Kunsthalle Baden-Baden und Allianz Kulturstiftung realisiert sich als Doppelstruktur: In einem Zeitraum von elf Wochen stellt die Kunsthalle in einer Ausstellung innovative Tendenzen aus den Bereichen Bildende Kunst, Design und Architektur vor. Theater-, Tanz-, Musik- und Filmaufführungen, Performances, Club-Nächte, Workshops und Künstlergespräche begleiten die Ausstellung als Sonderveranstaltungen in der Kunsthalle und an anderen Orten in Baden-Baden. An Ausstellung und Programm sind mehr als 70 Künstlerinnen und Künstler aus den verschiedenen Kunstszenen der europäischen Großstädte beteiligt. Internationalität wie auch das Interdisziplinäre ihrer Positionen stehen für die kulturelle Vielfalt in der europäischen Einheit. Die offene Form des Projektes entspricht der Idee einer kulturellen Identität Europas als ständig neuem Entwickeln von Möglichkeiten und veränderten Realitäten.

Die „kulturelle Währung“ Europas
Für Die neue Währung, der Euro, ist eingeführt. Aber welche kulturellen, welche symbolischen Verständigungsmöglichkeiten stehen der fortgeschrittenen ökonomischen Integration Europas gegenüber? Gibt es so etwas wie eine „kulturelle Währung“ Europas? Als Ausstellung, Aufführungsreihe, Workshop und Diskussionsforum präsentiert DISSIMILE Antworten und Entwürfe von den Fachleuten des Kulturellen, Bildlichen, Imaginativen und Metaphorischen, von Künstlerinnen und Künstlern aus 11 Staaten Europas.
Seinen konkreten Ausgangspunkt hat DISSIMILE in der Frage, ob die von Landessprachen unabhängige Bildlichkeit von Piktogrammen, Logos, Schildern, Fotografien, der Massenmedien, kollektiven Bilder und Metaphern sowie vor allem der Kunst eine europäische Verständigungsebene, eine Art „gemeinsame kulturelle Währung“, etablieren kann – eine Ebene der vertieften Verständigung mit dem Fremden und Neuen, die durch die ökonomische und nach folgende politische Einigung alleine noch nicht hergestellt ist.

Europa als Gestaltungsherausforderung
Europa ist eine Gestaltungsherausforderung, denn die europäischen Kulturen sind dis-simile, sie sind ähnlich und unähnlich zugleich, sie sind miteinander kommunikationsfähig und doch sehr verschieden. Gerade Künstler und Kulturschaffende sind geprägt von ihrer konkreten Herkunft und der reflexiven Auseinandersetzung mit der Ideengeschichte der jeweils eigenen Mentalität. Und sie sind zugleich diejenigen, die in ihrer Arbeit die Begrenzung der jeweiligen Landessprache überwinden, weil sie als Musiker, Tänzer, Architekten, Fotografen, bildende Künstler und Designer prinzipiell die Begrenzung von Alltagssprache überwinden und im Medium von Bildlichkeit, Imagination, Symbolik und Form kommunizieren.

Publikation zur Ausstellung