Multiple Räume (2)

Park Zucht und Wildwuchs in der Kunst

23.4.2005 – 10.7.2006

In Kooperation mit SWR2 und Folkwang Hochschule in Essen

Im Park erfindet der Mensch die Natur von neuem, als Kunstnatur und Naturkunst. Ein Teil der ursprünglichen oder bereits genutzten Natur wird eingezäunt und in eine Schutzzone umgewandelt. Der Künstler-Gärtner inszeniert einen tendenziell utopischen Raum. In dessen Grenzen versammelt er ideale Versatzstücke aus Pflanzen- und Tierwelt. So wird der Park – sei es eine Allee, eine französische oder englische Gartenanlage, ein Botanischer oder ein Zoologischer Garten, ein Kur- oder ein Themenpark – zum exemplarischen Naturraum. Er fungiert als Denkmodell unseres Verhältnisses zur Natur.
Nachdem der erste Teil der Ausstellungstrilogie „Multiple Räume: Seele, Park, Film“ die Auseinandersetzung mit den menschlichen Innenräumen von Geist und Psyche thematisierte, verweist das Stichwort „Park“ auf die vielfältige Erschließung des Außenraums: auf die zugänglich gemachte Natur, auf die touristisch entdeckte und kultivierte Wildnis und in weiterer Konsequenz auf den Stadtraum.
Die Ausstellung umfasst Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Videoarbeiten und Installationen aus mehr als hundert Jahren. Sie präsentiert Werke von ca. 40 Künstlern, u. a. Willi Baumeister, Günter Behnisch, Hermann Blomeier, Anna & Bernhard Blume, Joachim Brohm, Department für öffentliche Erscheinungen, Stan Douglas, Max Ernst, Stefan Ettlinger, Naoya Hatakeyama, Erich Heckel, Peter Hutchinson, Dieter Kiessling, Paul Klee, Norbert Kricke, Max Laeuger, Fernand Léger, Max Liebermann, Marcel Lods, Richard Long, August Macke, Walter de Maria, Gordon Matta-Clark, Reiner Maria Matysik, Aernout Mik, Walter Niedermayr, June Bum Park, Giuseppe Penone, Peter Piller, Sigmar Polke, Franz Radziwill, Albert Renger-Patzsch, Henri Rousseau, Glen Rubsamen, Hans-Christian Schink, Alexander Timtschenko und Sandra Voets.
In Vorbereitung auf die Ausstellung haben auf einer Tagung Kunst-, Garten- und Wissenschaftshistoriker, Pädagogen und Kunstsoziologen über den Park als den idealen europäischen Kulturraum diskutiert. Die Ergebnisse des Symposiums erscheinen im Katalog zur Ausstellung und öffnen ein breites thematisches Spektrum: von mythologischen Gartenräumen und Gartengrotten bis zum Schrebergarten, von der Ordnung der Natur und der Kultivierung des Menschenparks bis zu den Spektakeln heutiger Freizeitparks. 
Das informative Katalogbuch enthält Essays von Johannes Bilstein, Fritz Emslander, Anke te Heesen, Barbara Hess, Jochen Hörisch, Hans Peter Thurn, Gabriele Uerscheln und Matthias Winzen sowie Texte zu Künstlern und Exponaten von Fritz Emslander, Oliver Kornhoff, Dirk Teuber, Barbara Wagner und Matthias Winzen (200 S.; zahlr. Farbabb.; Verlag für moderne Kunst, Nürnberg; € 19).

Publikation zur Ausstellung