1 2 3 4
h KunsthalleRaum2 Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, © Cohen, Karlsruhe / © Schmidt, Karlsruhe

Zur Geschichte des Ausstellungshauses

Als Kunsthalle Baden-Baden geht das Haus aus einer privaten Stiftung des Malers Robert Engelhorn hervor, der 1906 das „Projekt einer permanenten Kunstausstellung“ für Baden-Baden vorstellt. Die Architektur verantwortete der Karlsruher Architekt Herrmann Billing, einer der umstrittenen, gleichwohl führenden badischen Architekten. Nach der Verwirklichung der Mannheimer Kunsthalle (1905), dem Kollegiengebäude der Freiburger Universität und zahlreicher Kunst- und Ausstellungshallen gilt Billing als erfahrener Museumsarchitekt. Den Direktauftrag für die Kunsthalle erhält er durch seinen engen Kontakt zur Karlsruher Künstlerschaft, der Stadtregierung und den Stadthonoratioren.
Billing hatte die Kunsthalle 1906 bis 1907 zusammen mit seinem Partner Wilhelm Vittali (1859–1920) geplant. Im April 1909 wird sie mit einer ersten Ausstellung eröffnet, 1912 entsteht die Terrassenanlage im Außenbereich. Herrmann Billings Entwurf sieht für Baden-Baden zunächst eine Zweiflügelanlage mit Mittelrisalith über dem Eingang vor. Aus Kostengründen wird das Gebäude mit der Option reduziert, den östlichen Flügel zu einem späteren Zeitpunkt zu realisieren.
Unter dem Titel „Ständige Kunstausstellung Baden-Baden“ finden bis in die 1930er Jahre zumeist zwei Ausstellungen pro Jahr statt, teils kritisiert aufgrund der oft überdurchschnittlichen Beteiligung der Mitglieder der „Freien Künstler-Vereinigung“ aus dem benachbarten Karlsruhe. In staatliche Obhut überführt wird die Kunsthalle mutmaßlich in den 1920er Jahren, verursacht durch die Vermögensverluste, die der Stifter Robert Engelhorn durch die Inflation erleidet.
Die Kunsthalle erfuhr im Zuge ihrer Geschichte zahlreiche Umbauten und ständige Verbesserungen der technischen Ausstattung. Im Laufe der Jahre wurde so aus einem Ausstellungshaus mit Hausmeisterwohnung ein leistungsfähiges, den Erfordernissen des zeitgenössischen Kunstbetriebs angemessenes Institut entwickelt. Zuletzt noch 2004 wird, parallel zur architektonischen Angliederung des Museums Frieder Burda, deutlicher an den Bedürfnissen der Besucher orientiert das „Café Kunsthalle“ im Foyer eingerichtet. Es ist in das Ausstellungsprogramm der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden integriert und erfährt kontinuierlich Neugestaltungen durch Künstler. Bisherige Gesatltungen haben Günter Förg, Tobias Rehberger verantwortet. Derzeit ist hier die eindrucksvolle Konzeption von Daniel Buren, Zwölf Farben für das Café Kunsthalle, 2011 zu erleben. Büroflächen werden 2007 durch die Einrichtung eines Großraumbüros nach dem Entwurf des österreichischen Künstlers Heimo Zobernig in Zusammenarbeit mit dem Architekten Michael Wallraff in den unteren Ausstellungsräumen erschlossen. Die umfangreiche Bibliothek der Kunsthalle ist in einem separaten Gebäude untergebracht.

Kunst am Bau
Die Freitreppe flankieren programmatisch die weiblichen Personifikationen von „Malerei“ und „Bildhauerei“, zwei Skulpturen des Karlsruher Bildhauers Hermann Binz (1876–1946).

Die aus zwei quer liegenden Rechtecken bestehende, in den Hang vor der Kunsthalle eingetiefte Stahlskulptur des amerikanischen Bildhauers Richard Serra konnte anlässlich der Ausstellung 1978 realisiert werden. Sie gehört zu den wenigen öffentlichen Werken dieses international renommierten Künstlers, welche die Landschaft mit einbezieht.

An der Fassade wird 1989 eine Lichtinstallation des amerikanischen Lichtkünstlers Dan Flavin „To the People of Baden-Baden“ aus roten und gelben Leuchtstoffröhren angebracht. Eine weitere, seitlich installierte Arbeit aus blauen Leuchtstoffröhren widmete der Künstler als Dank für die Ausrichtung der großen Einzelausstellung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden.