BURGHARD

Es gibt Ordnungen

21.7.2012 – 2.9.2012

BURGHARD (Romy und Stef Richter) entwickeln installative Arbeiten, die sich aus vielfältigen und alltäglichen Medien und Materialien zusammensetzen. Objekte wie Glas, Porzellan, Stein, Tageslichtprojektoren und Magazinsseiten werden ihren gewohnten Gebrauchszusammenhängen entzogen und als kulturelle Werkzeuge und Sedimente begriffen. Sie changieren zwischen Stofflichkeit und Medialität und setzen die Präsenz der Dinge in ein Spannungsverhältnis zu referenziellen wie kontextuellen Ebenen. Ihre Intensität erfahren solche Anordnungen durch die Möglichkeit des buchstäblichen wie metaphorischen  Kollaps, der verborgene Latenzen sichtbar macht.

BURGHARDs künstlerische Praxis begann sich in den 1990er-Jahren zu artikulieren, als der (institutions-)kritische Impetus der Konzeptkunst der 1960er und 1970er-Jahre um politische, soziale und philosophische Fragestellungen erweitert wurde. In ihren neueren Arbeiten verlagert sich das Aktionsfeld zusehends vom gehegten Ausstellungsraum in den städtisch-öffentlichen bzw. sozialen Raum.

Für die Ausstellung im Studioraum 45cbm der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden benutzen BURGHARD den Begriff der Ordnung als lose Klammer für ein Arrangement, das aus skulpturalen, filmischen und photographischen Elementen zusammengesetzt ist. Mit poetischer Zartheit und Fragilität besetzen die Objekte jene Leerstellen, die unsere durchstrukturierte Welt kehrseitig produziert. Derart unfüglich setzen sie die totalisierende Linearität der Ordnung in einen ins Offene waltenden Plural.

Zeitgleich zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst das Buch "BURGHARD earlyears", das Arbeiten der letzten zehn Jahre versammelt. Die Ausstellung wird kuratiert von Jakob Racek.