Annette Ruenzler

Maintenance Permanente

25.7.2015 – 30.8.2015

Die in Berlin lebende Künstlerin Annette Ruenzler verwandelt den Studioraum der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden in ein poetisches Kabinett. Die Objekte und Arrangements verweisen auf das Interesse der Künstlerin an sozialen Prozessen. Sie bedient sich dabei Formen, die eine offensichtliche Verbindung zum häuslichen Gebrauch haben und aus dem alltäglichen Leben vertraut sind. Bearbeitete Vasen, Lampen oder Sitzmöbel – weisen surreal anmutende Verfremdungen auf und haben ihre ursprünglichen Funktionen aufgegeben. Sie eröffenen Gedankenräumen jenseits des funktional Vertrauten. 


Die Outside / Inside Box, bestehend aus einem Fensterrahmen mit eingelassenen Fensterflügeln, ermöglicht zwar einen Ausblick, dieser geht jedoch nicht nach außen, sondern fällt in das Innere der dahinter liegenden Box. Die im Außen / Innenraum lehnenden Spiegel reflektieren die Räume und fragmentieren das Spiegelbild des Betrachters, der sich wie in einem Vexierspiegel nun selbst innerhalb der Box sieht. In der spielerischen Herangehensweise wird deutlich: die Objekte nehmen ein Eigenleben an.

Der Sessel mit Löchern in Sitzfläche und Lehne verwehrt das bequeme Sitzen, bis die Öffnungen durch Einsetzen von Stöpseln aus Polstermaterial geschlossen werden. In der Arbeit Adaptionspositionen II, Fig. 1-12 (Filling the Void) werden diese Löcher durch eine Person gefüllt. Die fotografische Dokumentation der Choreographie zeigt die Benutzerin des Sessels in unterschiedlichen Positionen bei dem Versuch sich der Sesselform anzupassen. 

„Maintenance Permanente“ der Titel der Ausstellung deutet es an: die Ordnung der Dinge wird ständig neu verhandelt, der Betrachter muß sich zu den Objekten immer wieder neu in Beziehung setzen. Die Arbeiten treffen keine direkten, festgeschriebenen Aussagen, sondern fordern zu poetische Lesarten auf, die mehrschichtig und instabil sind. Spätestens hier wird deutlich, dass die Besucher der Ausstellung ein optisches, humorvolles Spiel erwartet. Mit ihrer künstlerischen Bearbeitung von scheinbaren Alltagsgegenständen gelingt es Annette Ruenzler, an der Oberfläche unserer Wahrnehmung und Erwartungshaltung zu kratzen und unerwartete Momente zu schaffen.

Eröffnung: Freitag, den 24. Juli 2015, 19 Uhr
Begrüßung: Johan Holten 
Einführung: Hendrik Bündge

Im Anschluss sind Sie herzlich eingeladen, gemeinsam mit uns anzustoßen und den Abend im Café Kunsthalle ausklingen zu lassen!